Cybersicherheit: Penetrationstests & Trainings
Geschrieben von Frieda Klaphake, veröffentlicht am 24.02.2026Stellen Sie sich vor, jemand versucht, in Ihr Haus einzubrechen – nicht, um Schaden anzurichten, sondern um alle Sicherheitslücken aufzudecken, bevor ein echter Einbrecher sie findet. Genau so funktioniert ein Penetrationstest in der IT: Expertinnen und Experten simulieren gezielt Angriffe auf Systeme, Netzwerke oder Anwendungen, um Schwachstellen zu identifizieren, bevor Cyberkriminelle sie ausnutzen können.
Was ist ein Penetrationstest?
Ein Penetrationstest, kurz Pentest, ist eine gezielte und aktive Sicherheitsprüfung von IT-Systemen. Dabei versuchen speziell geschulte Expertinnen und Experten, Schwachstellen in Netzwerken, Anwendungen oder technischen Infrastrukturen zu identifizieren.
Empfohlen wird die Beauftragung von externen, unabhängigen Pentestern, um eine neutrale und objektive Analyse zu gewährleisten. Dies entspricht auch der Empfehlung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das auf die Wichtigkeit unabhängiger Prüfungen hinweist.
Externe Experten bringen frische Perspektiven, spezifisches Know-how und Erfahrung mit Angriffsmethoden mit, die interne Teams möglicherweise nicht in gleicher Tiefe kennen.
Der Drei-Schritt: Ablauf eines Pentests
Ein Penetrationstest erfolgt in mehreren Phasen, um Schwachstellen systematisch zu erkennen und deren Risiko einzuschätzen. Die drei gängigen Schritte sind:
- Automatisierte Scans: In der ersten Phase werden IT-Systeme mit automatischen Tools breit und oberflächlich überprüft. Ziel ist es, schnell potenzielle Schwachstellen zu erkennen, ohne den laufenden Betrieb stark zu belasten. Der Nachteil: Es können Fehlalarme auftreten.
- Manuelle Tests: Aufbauend auf den automatischen Ergebnissen führen Experten gezielte manuelle Prüfungen durch. Sie analysieren kritische Bereiche im Detail und entdecken Schwachstellen, die automatisierte Tools oft übersehen. Diese Phase erfordert moderaten Aufwand, liefert dafür aber wesentlich genauere und verwertbare Ergebnisse.
- Exploits (optional): In dieser optionalen Vertiefung versuchen die Pentester, echte Angriffe nachzustellen und Sicherheitslücken praktisch auszunutzen. Das liefert einen realistischen Nachweis der Risiken, ist aber sehr aufwendig und wird daher nur in besonders kritischen Bereichen eingesetzt.
Testansätze
Je nach Zielsetzung und vorhandenen Informationen kann ein Pentest auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. Die drei gängigen Testansätze sind:
- Black Box: Die Tester haben minimale Informationen über das Zielsystem
- White Box: Umfangreiche Informationen werden bereitgestellt, um gezielt Schwachstellen zu prüfen
- Grey Box: Kombination aus beiden Ansätzen für einen ausgewogenen Prüfungsansatz
Nutzen für Datenschutz & Sicherheit
Durch unentdeckte Sicherheitslücken können Unternehmen gegen die DSGVO verstoßen. So können Schwachstellen etwa die Sicherheit der Verarbeitung nach Art. 32 DSGVO beeinträchtigen, indem personenbezogene Daten unzureichend geschützt werden. Ebenso kann mangelnde Integration von Sicherheitsmaßnahmen in Systeme und Prozesse gegen das Prinzip des Datenschutzes durch Technikgestaltung („Privacy by Design“) nach Art. 25 DSGVO verstoßen. Penetrationstests helfen, solche Risiken frühzeitig zu erkennen, Sicherheitslücken zu schließen und die gesetzlichen Vorgaben aktiv einzuhalten.
Käme es hingegen zu einem erfolgreichen Cyberangriff mit unbefugtem Zugriff auf personenbezogene Daten, könnte dies eine meldepflichtige Datenpanne im Sinne des Art. 33 DSGVO darstellen.
In bestimmten Fällen besteht zudem eine Pflicht zur Benachrichtigung der betroffenen Personen gemäß Art. 34 DSGVO. Neben möglichen aufsichtsbehördlichen Maßnahmen und Bußgeldern könnte eine solche Datenschutzverletzung auch zu erheblichen Reputationsschäden und einem Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern führen.
Fazit – Prävention statt Reaktion
Pentests bieten vielfache Vorteile. Sie fungieren als Frühwarnsystem, indem Schwachstellen zeitig erkannt werden. Dadurch bleiben Kundendaten und interne Informationen geschützt. Zusätzlich tragen Pentests dazu bei, die gesetzliche Compliance zu stärken.
Penetrationstests, Awareness und Systemhärtung schützen vor echten Cyberangriffen und machen Ihre IT widerstandsfähig.
Sprechen Sie uns gerne an, bei Fragen zu Cybersicherheit: Penetrationstests & Trainings


Frieda Klaphake,
Juristin mit Schwerpunkt Datenschutzrecht. Sie unterstützt unsere Consultants durch wissenschaftliche Arbeit zu aktuellen rechtlichen Fragestellungen.
Auf unserem Blog schreibt sie über Themen rund um Datenschutz, die KI-Verordnung und Informationssicherheit.
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