Neues BSI-Portal: Zentrale Plattform für KRITIS – mit offener Cloud-Flanke
Geschrieben von Miriam Harringer, veröffentlicht am 08.01.2026Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bündelt seine Angebote für Betreiber kritischer Infrastrukturen in einem neuen zentralen Portal. Ziel ist ein einheitlicher Einstiegspunkt für Informationen, Meldewege und Unterstützung rund um IT-Sicherheit in KRITIS-Sektoren wie Energie, Gesundheit, Wasser oder Transport. Das Portal richtet sich klar an Praxisbedarfe: Warnmeldungen, Handlungsempfehlungen und Lagebilder stehen gebündelt bereit. Es gibt aber einen kritischen Punkt.
Ein sinnvolles Signal
Vor dem Hintergrund der NIS2-Richtlinie, die die Anforderungen an Cybersicherheit, Meldepflichten und Aufsicht deutlich verschärft, positioniert sich das Portal zugleich als praktische Unterstützungs- und Informationsstruktur für die kommenden Pflichten.
Inhaltlich setzt das BSI damit ein sinnvolles Signal. Betreiber finden relevante Informationen schneller, Schnittstellen zwischen Behörden und Unternehmen vereinfachen sich, Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen sinken. Gerade vor dem Hintergrund steigender Angriffszahlen wirkt ein solcher Knotenpunkt überfällig.
Gewählte Infrastruktur AWS
Kritisch fällt jedoch die technische Basis ins Gewicht. Nach aktuellen Informationen setzt das Portal zumindest in Teilen auf Infrastruktur von Amazon Web Services (AWS). Genau hier beginnt die Diskussion.
AWS ist ein US-Anbieter und unterliegt damit potenziell dem US-Recht, insbesondere dem Cloud Act. Selbst wenn diese Rechenzentren in der EU betrieben werden, bleibt dieses Spannungsfeld bestehen. Für ein Portal, das sensible Informationen zu kritischen Infrastrukturen verarbeitet oder zumindest bündelt, wirft das Fragen nach digitaler Souveränität, Kontrollmöglichkeiten und staatlicher Unabhängigkeit auf.
Hinzu kommt die Signalwirkung: Während auf politischer Ebene europäische Cloud-Alternativen und strategische Autonomie betont werden, entsteht faktisch erneut eine Abhängigkeit von einem Hyperscaler.
Schwachpunkt: Cloud-Entscheidung
Das neue BSI-Portal stärkt die operative IT-Sicherheit von KRITIS-Betreibern und schafft einen zentralen Zugang zu relevanten Informationen. Die Cloud-Entscheidung bleibt jedoch ein potenzieller Schwachpunkt, der mehr Transparenz und eine kritische fachliche Begleitung erfordert.
Sprechen Sie uns gerne an, bei Fragen zu Neues BSI-Portal: Zentrale Plattform für KRITIS – mit offener Cloud-Flanke


Miriam Harringer,
Medien- und Kulturmanagerin sowie Redakteurin.
Auf unserem Blog schreibt sie Artikel für die Themenbereiche Datenschutz, Informationssicherheit und Künstliche Intelligenz.
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