BFSG Umsetzung meistern: Der 9-Schritte-Plan für Unternehmen
Geschrieben von Miriam Harringer, veröffentlicht am 08.01.2025Um die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) einzuhalten, ist es für betroffene Unternehmen empfehlenswert, folgende Schritte in der angegebenen Reihenfolge durchführen:
1. Gesetzliche Anforderungen analysieren
- Ermittlung der Relevanz: Prüfen, ob das Unternehmen und seine Produkte/Dienstleistungen vom BFSG betroffen sind. Dies betrifft vor allem Anbieter digitaler Dienstleistungen, E-Commerce, Hardware-Produkte und Software.
- Anforderungsanalyse: Verständnis der spezifischen gesetzlichen Barrierefreiheitsstandards, z. B. gemäß EN 301 549 oder WCAG 2.1 für digitale Inhalte.
2. Interne Verantwortlichkeiten definieren
- Barrierefreiheitsbeauftragte benennen: Einrichtung eines internen Teams oder einer verantwortlichen Person für die Einhaltung der Barrierefreiheit.
- Schulungen durchführen: Mitarbeitende zu barrierefreien Technologien, Designprinzipien und Prozessen schulen.
3. Bestandsaufnahme durchführen
- Audit: Analyse bestehender Produkte, Dienstleistungen und Prozesse hinsichtlich Barrierefreiheit.
- Lückenanalyse: Identifikation von Abweichungen von den gesetzlichen Anforderungen.
4. Strategie und Maßnahmenplan entwickeln
- Priorisierung: Maßnahmen basierend auf Dringlichkeit und Machbarkeit priorisieren.
- Ressourcenplanung: Zeit, Budget und technische Ressourcen für die Umsetzung bereitstellen.
5. Technische BFSG Umsetzung
- Produkt- und Dienstleistungsentwicklung: Anpassung oder Neuentwicklung von Produkten und Dienstleistungen, um Barrierefreiheit zu gewährleisten.
- IT-Infrastruktur und Plattformen: Sicherstellen, dass Websites, Apps und andere digitale Angebote den Barrierefreiheitsanforderungen entsprechen (z. B. Kompatibilität mit Screenreadern, Tastaturnavigation, Textalternativen für Bilder).
- Zugängliche Kommunikation: Überprüfung und Anpassung von Kundeninformationen, Supportsystemen und Vertriebskanälen.
6. Testen und Validieren
- Barrierefreiheitstests durchführen: Interne und externe Tests, idealerweise mit Menschen mit Behinderungen.
- Zertifizierung und Nachweise: Falls erforderlich, unabhängige Überprüfung oder Zertifizierung der Barrierefreiheit einholen.
7. Externe Kommunikation und Kundenorientierung
- Information bereitstellen: Kunden aktiv über barrierefreie Angebote informieren (z. B. auf der Website).
- Feedbacksystem einrichten: Kunden eine einfache Möglichkeit geben, Barrierefreiheitsprobleme zu melden.
8. Laufende Überwachung und Anpassung
- Monitoring: Regelmäßige Überprüfung der Einhaltung der Barrierefreiheitsanforderungen.
- Kontinuierliche Verbesserung: Neue Technologien und gesetzliche Änderungen in die Barrierefreiheitsstrategie integrieren.
9. Fristen und Sanktionen beachten
- Zeitplan einhalten: Sicherstellen, dass die Anforderungen bis zum Stichtag (28. Juni 2025) erfüllt sind.
- Sanktionsrisiken minimieren: Maßnahmen zur Vermeidung von Bußgeldern oder rechtlichen Konsequenzen implementieren.
Mithilfe einer strukturierten und systematischen Herangehensweise wird es Unternehmen leichter fallen, die Anforderungen des BFSG effizient umzusetzen und rechtzeitig die gesetzlich vorgeschriebenen Standards zu erfüllen.
Sprechen Sie uns gerne an, bei Fragen zu BFSG Umsetzung meistern: Der 9-Schritte-Plan für Unternehmen


Miriam Harringer,
Medien- und Kulturmanagerin sowie Redakteurin.
Auf unserem Blog schreibt sie Artikel für die Themenbereiche Datenschutz, Informationssicherheit und Künstliche Intelligenz.
Weitere Artikel
- WhatsApp-Communitys im Unternehmen nutzen: Vorsicht vor datenschutzrechtlichen Risiken
- Telefonbetrug: „Hallo, hier ist die Datenschutzbehörde.“
- Muss jeder Online-Shop bald barrierefrei sein?
- Neuer Einwilligungsdienst nach § 26 TDDDG: Macht Consenter bald Schluss mit Cookie-Banner-Flut?
- Cyberangriffe auf Discord und Salesforce – was ist passiert?
- Ein Blick auf die Ausnahmen verbotener KI-Praktiken
Verwandte Artikel
- Greift Regulierung zu kurz? TU Berlin warnt vor Meinungsbeeinflussung durch KI
- Offene KI-Modelle als Risiko der Zweckentfremdung
- Der Digitale Omnibus: Opfert die EU den Datenschutz für KI und Big Tech?
- Bias bei KI-Modellen: Diskriminierung durch die Maschine und ihre Ursachen
- KI-Transkription bei Videocalls: Das müssen Sie beachten
- Ohne Einheit droht Chaos: Warum KI-Regeln transatlantisch werden müssen